Hautscreening Starnberg


In unserer Hautarztpraxis in Starnberg bei Tutzing führen wir regelmäßig Hautscreenings durch. Nachfolgend beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen rund um das Thema Hautkrebsscreening. Erfahren Sie z.B. wie oft ein Hautscreening stattfinden sollte und was genau es mit der ABCD-Regel auf sich hat, die Ihnen selbst dabei hilft, ein Muttermal besser einschätzen zu können.

Warum sollte ich ein Hautscreening machen lassen?

Hautkrebs ist die Krebsart, die in den letzten Jahrzehnten bei der hellhäutigen Bevölkerung am stärksten zugenommen hat. Aktuell erkranken in Deutschland mehr als 10x so viele Menschen an einem Melanom, also am schwarzen Hautkrebs, wie noch vor 40 Jahren.

Die Zahl der Sterbefälle ist dagegen nur leicht angestiegen. Seit Einführung des gesetzlichen Hautscreenings 2008 ist in Deutschland ein sprunghafter weiterer Anstieg der Neu-Erkrankungsraten vorhanden, allerdings handelt es sich dabei vor allem um frühe Stadien und die prognostisch günstigste Form, das sogenannte superfiziell spreitende Melanom (SSM).

In Deutschland war Hautkrebs 2008 bei Frauen die fünfthäufigste, bei Männern die achthäufigste Krebsart. Im internationalen Vergleich gehört Deutschland gemeinsam mit den anderen europäischen Ländern, den USA und Australien zu den Ländern mit der höchsten Melanom Neu-Erkrankungsrate.

Die gute Nachricht: Rechtzeitig erkannt besteht für Hautkrebs eine sehr hohe Heilungsrate. Darum ist es wichtig, die Haut regelmäßig beim Arzt auf bösartige Veränderungen untersuchen zu lassen.

Woran liegt es denn, dass Hautkrebs so stark zugenommen hat?

Mögliche Ursachen sind unsere Freizeit- und Urlaubsgewohnheiten mit deutlich vermehrter UV-Exposition: Reisen in sonnenreiche Gebiete auch im Winter, Sportarten mit hoher UV-Belastung wie Skifahren/Segeln/Golfen etc.

Das Vorkommen von schwarzem Hautkrebs ist bei hellhäutigen und damit UV-empfindlichen Personen (Hauttyp I und II) deutlich gegenüber den dunkleren Hauttypen III-IV erhöht.

Die höchste Zunahme des Neu-Auftretens von Hautkrebs erfolgte in Körperregionen, die vermehrt der Sonne exponiert wurden. Dabei erhöht vor allem die intermittierende Sonnenexposition wie sie in Sonnenurlauben vorkommt sowie Sonnenbrände das Risiko an einem Melanom zu erkranken und die Sonnenexposition in Kindheit und Jugend.

Genügt ein „normales“ Haut-Screening mit bloßem Auge – alle zwei Jahre – als Hautkrebsvorsorge?

Die Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (= Dermatoskop) erlaubt einen viel besseren Blick in die Feinstrukturen eines Muttermals als dies mit bloßem Auge selbst von erfahrenen Ärzten möglich ist.

Durch die Untersuchung mit dem Dermatoskop ist eine deutliche Verbesserung der Diagnostik möglich: In Studien konnte ein bis zu 35%iger Anstieg der diagnostischen „Treffsicherheit“ belegt werden!

Die Durchführung des Hautscreenings wird von der deutschen dermatologischen Gesellschaft einmal jährlich empfohlen. Bei Risikopatienten, also z.B. solchen mit einem Hautkrebs in der Vorgeschichte oder Patienten mit sehr vielen Muttermalen auch in kürzeren Abständen.

Da sich Hautkrebs auch in weniger als zwei Jahren entwickeln kann rate ich persönlich jedem zu einem kürzeren Intervall als alle 2 Jahre. Zusätzlich ist eine regelmäßige Selbstkontrolle, z.B. bei der Körperpflege, wichtig.

Ist ein Screening nur bei Patienten mit besonders vielen Muttermalen mit einem speziellen Mikroskop sinnvoll?

Das Screening mittels Auflichtmikroskopie macht aus den oben genannten Gründen bei jedem Patienten Sinn.

Menschen mit besonders vielen Muttermalen haben grundsätzlich ein erhöhtes Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken und sollten ihre Haut daher regelmäßig und ggf. in kürzeren Abständen mittels der Dermatoskopie auf Auffälligkeiten untersuchen lassen.

Was passiert beim Hautscreening?

Beim Hautscreening wird die gesamte Haut vom Kopf bis zur Fußsohle untersucht inklusive den Augenlidern, den Ohren und der Region hinter den Ohren, der Kopfhaut, des Intimbereichs sowie der Zehenzwischenräume und Fußsohlen.

Wie bereitet man sich als Patient denn am besten auf das Hautscreening vor?

  • Ganz wichtig: Am Untersuchungstag nicht eincremen, damit die Haut in ihrem ursprünglichen Zustand beurteilt werden kann. Insbesondere Hautkrebsvorstufen (sog. aktinische Keratosen) sind nämlich oft besser tastbar durch eine raue, gerötete Oberfläche als bei eingecremter Haut.
  • Die Damen sollten auf Make-up, Tagescreme und Puder verzichten und möglichst ohne Lack an Finger- und Fußnägeln zur Untersuchung kommen, damit auch die Nägel begutachtet werden können. Hautkrebs kann nämlich auch unter den Nägeln auftreten.
  • Schmuck wie Ohrringe, Ketten etc. und eine Brille sollten bei der Untersuchung abgelegt werden, da auch die Haut darunter untersucht werden sollte.

Wie ist das weitere Vorgehen, wenn ein auffälliges Muttermal entdeckt wird?

Bei auffälligen und kontrollbedürftigen Muttermalen ist eine digitale Videodokumentation sinnvoll, um die Hautläsion im zeitlichen Ablauf dokumentieren zu können.

Diese Videodokumentation kann zum Beispiel bei der Entscheidung essentiell sein, ob ein Muttermal entfernt werden soll oder weiter kontrolliert werden kann.

Besteht der Verdacht auf schwarzen Hautkrebs, so wird die entsprechende Hautveränderung zeitnah im Gesunden mit einem entsprechenden Sicherheitsabstand operativ entfernt. Dies geschieht in den allermeisten Fällen ambulant durch eine kurze OP in örtlicher Betäubung.

Kann man Hautkrebs schon beim Screening erkennen?

Ja, weil die Auflichtmikroskopie einem erfahrenen Arzt in den meisten Fällen eine relativ sichere Diagnose erlaubt.

Werden Muttermale beim Hautscreening dokumentiert, um Veränderungen über den Zeitverlauf feststellen zu können?

Kontrollbedürftige Muttermale werden mit der sog. computergestützten Dermatoskopie aufgenommen. Dieses Gerät ermöglicht eine bis zu 140-fache Vergrößerung der Feinstrukturen, die für das bloße Auge einfach nicht sichtbar sind.

Vergleicht man die Aufnahmen im Lauf der Zeit, so werden selbst kleinste Veränderungen erkennbar. Manchmal ist ein beginnender schwarzer Hautkrebs allein durch die Zunahme von Farb- und Strukturelementen oder durch ein asymmetrisches Größenwachstum zwischen zwei Untersuchungen erkennbar. Solche Veränderungen sind manchmal die einzigen Hinweise auf das Vorliegen einer bösartigen Hautläsion. Diese kleinen Veränderungen sind nur mit der digitalen computergestützten Dermatoskopie erkennbar, da sie einen direkten Vergleich der aktuellen mit der früheren Aufnahme ermöglicht.

Computergestützte Systeme können so helfen, beginnenden schwarzen Hautkrebs frühzeitig zu entdecken und damit auch die Zahl unnötiger Operationen gutartiger Muttermale zu reduzieren.

Worauf sollte man bei der Selbstuntersuchung achten?

Um einen Leberfleck einzuschätzen sollte man die sog. ABCD-Regel kennen:

A – Asymmetrie:

Gutartige Muttermale sind eher symmetrisch.

Eine Asymmetrie in Form und/oder Struktur ist abklärungsbedürftig.

 

B – Begrenzung:

Gutartige Muttermale sind eher scharf begrenzt.

Eine unregelmäßige, zackige oder unscharfe Begrenzung sollte beim Spezialisten abgeklärt werden.

 

C – Colour:

Gutartige Muttermale sind eher einfarbig.

Je „bunter“ eine Hautveränderung ist, desto eher empfiehlt sich eine Kontrolle beim Hautarzt. Schwarzer Hautkrebs ist eben oftmals nicht nur rein schwarz, sondern kann auch Rot-, Braun-, Grautöne zeigen oder in einzelnen Bereichen farblich abgeblasst sein (sog. Zeichen der Regression).

 

D – (früher Durchmesser über 5mm), heute besser Dynamik:

Verändert sich ein Muttermal, zeigt es zum Beispiel eine asymmetrische Größenzunahme im Zeitverlauf, so sollte es beim Hautarzt kontrolliert werden.

 

Ein weiteres gutes Kriterium ist das des „häßlichen Entleins“:  Hat man zum Beispiel am Oberkörper 30 Leberflecken und eines davon sieht ganz anders aus als die anderen, so ist dieses das „häßliche Entlein“ und sollte beim Hautarzt abgeklärt werden.

Im Zweifelsfall (also beispielsweise wenn ein Muttermal asymmetrisch gewachsen ist, blutet oder gänzlich neu aufgetreten ist an einer Stelle, an der sich vorher keines befand) sollte immer ein Termin beim Hautarzt zur Untersuchung vereinbart werden.

Sollten Kinder mit Muttermalen auch schon untersucht werden?

Hautkrebs bei Kindern ist insgesamt sehr selten. Einen auffälligen Befund sollte man allerdings lieber beim Hautarzt abklären lassen. Also beispielsweise wenn ein Muttermal blutet oder sich verändert.

Auch bei großen angeborenen Muttermalen, das sind solche mit Durchmessern zwischen 10-20 cm, sollte man die Stellen kontrollieren lassen. Diese haben im Laufe des Lebens ein Risiko von ca. 2-10% sich bösartig zu verändern.